proDIAKO

Kontakt

Natali Kornelsen

Chefärztin der Frauenheilkunde

Tel. (05531) 705-309

Fax (05531) 705-186

n.kornelsen@evk-holzminden.de

Foto: Natali  Kornelsen

Die Geburt aus der Beckenendlage

Liegt Ihr Kind, wie es oft so heißt, "falsch" herum?

In den meisten Fällen wird das Kind mit dem Kopf zuerst geboren (ca. 95 %). Ca. 3% der Kinder befinden sich zum Geburtszeitpunkt in einer sogenannten Beckenendlage oder auch Steißlage genannt. Hierbei liegt meist der Steiß, manchmal auch die Knie oder Füße, dem Geburtskanal zugewandt.
In den ersten Monaten der Schwangerschaft drehen sich die Kinder oft mehrfach am Tage. Selbst in der 32. SSW liegt noch ca. jedes dritte Kind in einer sogenannten Beckendlage.
Es gibt viele Methoden, die dann helfen sollen, eine Drehung zu veranlassen, z.B. die indische Brücke, Akupunktur und die Moxibustion.
Ob diese Methoden etwas bewirken können , ist nicht bewiesen, da sich bis zur Geburt noch 90% der Kinder sowieso mit dem Köpfchen nach unten in die Schädellage drehen.
Es schadet aber auch nichts, wenn Sie es mit einer dieser Methoden versuchen.

Was ist aber, wenn das Kind sich nicht drehen will?

Sollte Ihr Kind in der 37. SSW noch in Beckenendlage liegen, sollte neben dem Gespräch bei Ihrem Frauenarzt/ärztin mit uns eine Geburtsplanung zur Erörterung und Festlegung der weiteren Abläufe erfolgen.

Die Beckenendlagegeburt durch die Scheide

Früher, als der Kaiserschnitt gefährlicher war als heute, war es gar kein Thema darüber nachzudenken, wie das Kind geboren werden sollte. Alle Kinder wurden, sofern sich kein Problem unter der Geburt ergab auf normalem Wege durch die Scheide geboren. Da dieser Geburtsweg aber gewisse Risiken dadurch hat, dass das "dicke Ende" (der Kopf) nachkommt und in der Phase der Geburt die Nabelschnur abgedrückt wird, können sich hieraus in Einzelfällen Risiken für das Kind ergeben.
Bei der Geburtsplanung wollen wir abschätzen und mit Ihnen besprechen wie groß ein solches Risiko speziell für Ihr Kind ist. Wir werden ein Schätzgewicht feststellen, den Kopfumfang/ Durchmesser im Verhältnis zum Brustkorb bestimmen und sehen wo die Wirbelsäule des Kindes liegt. Falls schon eine Geburt vorausgegangen ist, informieren wir uns über die Abläufe dabei.
Diese Faktoren wie auch die anzunehmenden Größenverhältnisse zwischen Ihrem Becken und dem Kind können uns mit recht hoher Sicherheit erkennen lassen, ob eine Geburt auf natürlichem Wege ein Risiko darstellt.
Wenn nichts dagegen spricht, ist bei uns eine natürliche Geburt aus Beckenendlage durch die Scheide möglich. Allerdings ist eine Wassergeburt in diesem Fall nicht möglich.

Die äußere Wendung

Sollten sich Hinweise für Probleme bei einer Beckenendlagen-Geburt ergeben oder sollten Sie die nicht völlig auszuschließenden Risiken mit Sorge sehen, gibt es die Möglichkeit das Kind aus Beckenendlage in eine Schädellage zu wenden. Zur Abschätzung, wie erfolgreich solch ein Wendungsversuch ist, werden wir in der vorgeburtlichen Besprechung die Größe des Kindes, die Fruchtwassermenge und die Lage der Plazenta und der Nabelschnur mit Ultraschall bestimmen. Sollte es keine Gründe geben, die gegen solch einen Wendung sprechen, ist es eine gute Möglichkeit eine Kaiserschnittentbindung zu umgehen.

Ablauf der äußeren Wendung

Sie kommen in der 38. SSW zu uns. Damit ggf. ein Notkaiserschnitt risikoarm möglich ist, sollten Sie bitte nüchtern sein. Nach nochmaliger Ultraschall- und Herztonkontrolle des Kindes wird eine Wehenhemmung durchgeführt, damit die Gebärmutter entspannt ist. Zur äußeren Wendung wird das Kind von der Bauchdecke her entweder in eine Rolle rückwärts oder vorwärts gelenkt. Es werden hierbei höchstens zwei Versuche vorgenommen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 80% gelingt eine Wendung. Zur Nachkontrolle bleiben Sie noch 24 Stunden in der Klinik. Nur in sehr seltenen Fällen dreht sich das Kind zurück.

Der Kaiserschnitt

Wenn die Geburt durch die Scheide und auch die äußere Wendung nicht in Frage kommen, vereinbaren wir einen Termin zum Kaiserschnitt.
Selbstverständlich können wir auch gleich einen Kaiserschnitt planen, wenn Sie dieses wünschen. Dies ist für das Kind der sicherste Weg, allerdings für Sie, ist es eine Operation und damit mit einem geringen, aber dennoch gegenüber einer natürlichen Geburt erhöhten Risiko verbunden.
Der Kaiserschnitt kann im allgemeinen in der neuen Operationsmethode, dem Kaiserschnitt nach Misgav-Ladach durchgeführt werden. Danach erholen Sie sich sehr schnell und können nach ca. einer Woche wieder nach Hause. Kaiserschnitte werden fast immer in einer Regionalanästhesie (Spinalanästhesie) durchgeführt und Ihr Partner kann dabei sein. Einzelheiten hierzu finden Sie unter: Kaiserschnitt.

Besuchszeit: Täglich von 8 bis 20 Uhr