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Harninkontinenz - ein vermeidbares Frauenproblem?!



Unwillkürlicher Urinverlust belastet viele Frauen im Alltag. Etwa jede 3. Frau wird laut Statistik im Laufe ihres Lebens harninkontinent. Dieser Verlauf ist nicht schicksalhaft vorprogrammiert. Rückbildungsgymnastik nach der Geburt, Beckenbodengymnastik insbesondere, wenn man eine Disposition zu Senkungszuständen hat, tragen zur Vermeidung von Inkontinenz bei.
Sind bereits Symptome aufgetreten haben viele Frauen nicht den Mut darüber mit ihrem Arzt/ Ärztin zu sprechen. Vielleicht fehlt auch die Zuversicht, dass es Möglichkeiten zur Hilfe gibt.

Physiotherapie (Krankengymnastik), Medikamente und letztlich auch Operationen bieten therapeutische Möglichkeiten. Eine Operation sollte erst wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind und wenn Erfolgsaussicht besteht durchgeführt werden. Moderne Operationsverfahren wie z.B. TVT ermöglichen dabei oft den Erhalt der Gebärmutter und können sogar in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Es lassen sich verschiedene Formen der Inkontinenz unterscheiden, die in ihrer Entstehung verschiedene Ursachen haben, sich  in den Symptomen unterscheiden und letztlich auch unterschiedlicher Therapien bedürfen.

Die Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz, von Medizinern auch „Streßinkontinenz“ genannt, ist die häufigste Form der Inkontinenz.

Ursachen: Schwere körperliche Belastungen, Übergewicht aber auch Geburten und Operationen. Verstärkt wird die Symptomatik durch schwaches Bindegewebe und nach den Wechseljahren durch Hormonmangel.

Symptome: Die Belastungsinkontinenz ersten Grades zeigt sich, indem beim Lachen, Husten, Niesen, Pressen oder sportlicher Aktivität Urin abgeht. Tritt Urinverlust bereits beim Gehen oder Treppensteigen auf, besteht eine Inkontenz zweiten Grades. Beim Urinverlust in Ruhe besteht eine Inkontinenz dritten Grades.

Therapie: In der Behandlung dieser Inkontinenz steht die Physiotherapie mit der entsprechenden Beckenbodengymnastik im Vordergrund. Es gibt auch Möglichkeiten der Behandlung mit Gewichten für die Scheide. Bei Hormonmangel erfolgt die lokale Gabe von Östrogenen. Wenn die Erfolge der krankengymnastischen wie auch hormonellen Behandlung nicht ausreichend sind, besteht die Indikation zur Operation. Die Erfolgsaussichten, eine Heilung zu erreichen, sind hoch.

Die Dranginkontinenz

Diese Inkontinenz wird ärztlicherseits als „Urge-Inkontinenz" bezeichnet.

Ursachen: Psychische Belastungssituationen, chronische Entzündungen und Begleiterkrankungen wie Diabetes und neurologische Erkrankungen können zur Dranginkontinenz führen. 

Symptome: Bei der Dranginkontinenz kommt es mit dem Verspüren des Harndranges auch sehr schnell zum nicht beeinflussbaren Urinabgang.

Behandlung: Die Behandlung dieser Inkontinenz ist deutlich schwieriger als die Behandlung der Belastungsinkontinenz.  Nach Differenzierung der Unterformen der Dranginkontinenz wird ein Therapieplan aufgestellt. Meist steht die medikamentöse Behandlung im Mittelpunkt. Begleitend kann eine Verhaltenstherapie kombiniert mit  Physiotherapie sinnvoll sein. Eventuell kann zusätzlich eine Elektrostimulationsbehandlung hilfreich sein.

Mischformen der Inkontinenz

Häufig finden sich auch Mischformen der beiden oben genannten Harninsuffizienzen. Dann ist ein genauer Therapieplan erforderlich, der alle Ursachen, Begleiterkrankungen und Ihr Alter mit einbezieht.

Diagnostischer Untersuchungsgang

Im Vorfeld sollte der Hausarzt auf Blasenentzündung, Diabetes und neurologische Erkrankungen untersuchen. Zu uns mitgebracht werden sollten vorhandene Befunde, eine Aufstellung der bisherigen Behandlung und eine Liste der jetzigen Medikation.

Neben der üblichen frauenärztlichen Untersuchung führen wir eine spezielle Ultraschalluntersuchung durch, um Veränderungen des Beckenbodens und eine Verlagerung der Organe unter Belastung zu erkennen.
Nachdem diese Diagnostik abgeschlossen ist, können wir einen Behandlungsvorschlag mit Ihnen besprechen.

Kontakt

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Frauenklinik

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Chefarzt Frauenklinik

Dr. med. Christine Grastorf

Dr. med. Christine Grastorf

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